Grundlagen und Vorlagen

Relevanzmatrix, Massnahmen (6W und Wirkungskontrolle) und Berichtsstruktur orientieren sich an offiziellen Schweizer Vorlagen und Praxisbeispielen.

Vorlagen und Praxisbeispiele

Rechtsgrundlagen je Schutzgut

Für jedes Schutzgut sind die einschlägigen Erlasse und die fachlichen Beurteilungsmassstäbe hinterlegt. Sie erscheinen im Bericht bei der jeweiligen Einstufung und steuern, was die KI prüfen muss.

SchutzgutRechtsgrundlagenBeurteilungsmassstäbe
Luft und Klima
  • USG Art. 11–14 (Emissionsbegrenzung)
  • Luftreinhalte-Verordnung (LRV, SR 814.318.142.1), Anhang 7 Immissionsgrenzwerte
  • CO₂-Gesetz / Klimaschutzziele des Bundes
Massgebend sind die LRV-Immissionsgrenzwerte (u.a. NO₂ 30 µg/m³ Jahresmittel, PM10 20 µg/m³ Jahresmittel, PM2.5 10 µg/m³). Verkehrsbedingte Zusatzbelastung über die durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge (DTV) und Quellenbilanz (Heizung, Umschlag, Baustellen) abschätzen; Baustellen nach BAFU-Luftreinhaltung auf Baustellen (Baurichtlinie Luft).
Lärm und Erschütterungen
  • USG Art. 11–25
  • Lärmschutz-Verordnung (LSV, SR 814.41) mit Belastungsgrenzwerten je Empfindlichkeitsstufe (ES)
  • LSV Anhänge 3–9 (Strassen-, Industrie-, Schiess-, Fluglärm)
Beurteilungspegel Lr gegen Planungs-/Immissionsgrenzwert der massgebenden Empfindlichkeitsstufe (ES I–IV) prüfen. Anlage- bzw. verkehrsabhängige Pegel (Tag/Nacht) ermitteln; Erschütterungen/Körperschall nach DIN 4150 bzw. SN-Normen beurteilen.
Boden
  • USG Art. 33–35 (Bodenschutz)
  • Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo, SR 814.12)
  • RPG Art. 3 Abs. 2 (Fruchtfolgeflächen, Sachplan FFF)
Versiegelungs- und Aushubbilanz erstellen; physikalischer Bodenschutz nach VBBo (Richt-/Prüf-/Sanierungswerte). Bei Beanspruchung von Fruchtfolgeflächen (FFF) Kompensationsnachweis gemäss Sachplan FFF; bodenkundliche Baubegleitung (BBB) vorsehen.
Wasser
  • Gewässerschutzgesetz (GSchG, SR 814.20) und GSchV (SR 814.201)
  • Grundwasserschutzzonen/-areale (S1/S2/S3, Au/Ao)
  • WBG (Wasserbau) und Gewässerraum nach GSchV Art. 41a/b
Lage zu Grundwasserschutzzonen und Gewässerraum prüfen; Entwässerungs-/Versickerungskonzept (VSA-Richtlinie Regenwasserentsorgung); Umgang mit Niederschlags-, Bau- und Betriebsabwasser. Bei Eingriff ins Grundwasser hydrogeologischer Nachweis.
Natur und Biodiversität
  • Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG, SR 451) und NHV
  • Bundesinventare (Auen, Moore, TWW, Amphibienlaichgebiete, Vogelreservate)
  • JSG/JSV (Wildtiere, Jagdbanngebiete), Art. 18 NHG (Lebensraum-/Artenschutz)
Betroffenheit geschützter Lebensräume/Arten über faunistisch-floristische Erhebung; Eingriff in Bundesinventare ist nur bei überwiegendem nationalem Interesse zulässig (Art. 6 NHG). Ersatz-/Ausgleichsmassnahmen nach Art. 18 Abs. 1ter NHG; Vernetzung/Wildtierkorridore berücksichtigen.
Wald und Waldabstand
  • Waldgesetz (WaG, SR 921.0) und WaV
  • Rodungsbewilligung Art. 5 WaG; Ersatzaufforderung Art. 7 WaG
  • Kantonaler Waldabstand (i.d.R. 10–30 m)
Waldfeststellung (statischer/dynamischer Waldbegriff); Rodung nur mit Ausnahmebewilligung und Realersatz bzw. ausnahmsweise Ersatzmassnahmen. Einhaltung des kantonalen Waldabstands; Eingriffe in Waldränder/Schutzfunktionen prüfen.
Naturgefahren
  • RPG Art. 6/Gefahrenkarten; kantonale Baugesetze
  • WBG/WBV (Hochwasserschutz), WaG (Schutzwald)
  • Empfehlungen BAFU/PLANAT zum Umgang mit Naturgefahren
Abgleich mit kantonaler Gefahrenkarte (Hochwasser HQ30/HQ100/HQ300, Rutsch, Sturz, Lawine, Oberflächenabfluss). Bei mittlerer/erheblicher Gefährdung Objektschutznachweis und ggf. Schutzkonzept; Restrisiko dokumentieren.
Altlasten und belastete Standorte
  • USG Art. 32c–32e
  • Altlasten-Verordnung (AltlV, SR 814.680), Kataster der belasteten Standorte (KbS)
  • VVEA (SR 814.600) für Aushub-/Bauabfälle
Abgleich mit KbS; bei belastetem Standort historische und ggf. technische Untersuchung nach AltlV. Untersuchungs-/Überwachungs-/Sanierungsbedarf klären; Aushub- und Entsorgungskonzept nach VVEA (Verwertung vor Beseitigung).
Landschaft und Siedlungsqualität
  • NHG Art. 3/6 (Schonung von Landschaften/Ortsbildern)
  • BLN (Bundesinventar Landschaften), ISOS (Ortsbilder), IVS (Verkehrswege)
  • RPG Art. 1/3 (haushälterische Nutzung, Eingliederung)
Einpassung in Landschafts-/Ortsbild beurteilen (Visualisierungen, Sichtbezüge); bei BLN/ISOS-Betroffenheit erhöhte Anforderungen (ungeschmälerte Erhaltung bzw. grösstmögliche Schonung, Art. 6 NHG). Licht-/Fernwirkung und Siedlungsqualität einbeziehen.

Bundesrecht

Das Screening ist eine Entscheidungshilfe und ersetzt keine fachliche Hauptuntersuchung (UVB) durch ein Umweltbüro. Massgebend sind die geltenden Erlasse und die Praxis der zuständigen Behörden.

Siehe auch Regelwerk und Methodik · Kantone und Fachstellen · UVP-Rechtsprechung