Überdimensionierte Bauzone: Zonenprüfung vor Baubewilligung (Klosters-Serneus GR)
Die kantonale Richtplanrevision 2018 wies Klosters-Serneus als Gemeinde mit überdimensionierten Bauzonen aus, die reduziert werden müssen. Die Gemeinde beschloss eine Planungszone zur Prüfung einer Bauzonenreduktion (Art. 15 Abs. 2 RPG), erteilte aber am letzten Tag davor noch Baubewilligungen für Parzellen der fast 18 Jahre alten Wohnzone. Dagegen wurde Beschwerde geführt.
Bei ausgewiesener Überdimensionierung der Bauzonen und einer fast 18-jährigen – über den 15-Jahres-Horizont von Art. 15 RPG hinausreichenden – Nutzungsplanung wiegen die Interessen an Rechtssicherheit und Planbeständigkeit gering. Die Gemeinde hätte vor Erteilung der Baubewilligungen zwingend vorfrageweise prüfen müssen, ob die Zuteilung zur Wohnzone noch gerechtfertigt war. Beschwerde gutgeheissen; Baubewilligungen und vorinstanzliches Urteil aufgehoben.
Lernpunkte
- 1Überdimensionierte Bauzonen müssen reduziert werden (Art. 15 Abs. 2 RPG) – laufende Baubewilligungen können blockiert oder aufgehoben werden.
- 2Je älter die Nutzungsplanung (über 15 Jahre), desto geringer das Gewicht von Planbeständigkeit und Vertrauensschutz.
- 3Vor der Bewilligung ist vorfrageweise zu prüfen, ob die Zonenzuteilung angesichts der Richtplanvorgaben noch haltbar ist.
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